Was bedeutet spezifische Sprachförderung im Unterricht?

Die spezifische Sprachförderung im Unterricht der Schule Im Großen  Freien

von Andreas Pohl und Ulrich Stitzinger

Der Unterricht in der Schule Im Großen Freien verfolgt die Zielsetzung, den Umgang und das Verstehen sprachlichen Handelns bei sprachbehinderten Schülerinnen und Schüler zu verbessern. Dafür bedarf es einer besonderen Art und Form von Unterricht, die anders als in der Grundschule gegeben, die Bedürfnisse und Notwendigkeiten im Erwerb und im Umgang der Sprache berücksichtigt.

Es handelt sich bei dieser Form nicht um eine allgemeine Sprachförderung, wie sie derzeit vor der Einschulung von Kindern durch die Grundschule oder in Form von Sprachspielen im Kindergarten zu Recht praktiziert wird, sondern um eine diagnosegeleitete und sprachindividuell umgesetzte spezifische Förderung im Unterricht.

Wissenschaftlich gesehen spricht man in diesem Zusammenhang vom sprachtherapeutischen oder sprachheilpädagogischen Unterricht. Der Begriff der Sprachförderung ist in diesem Zusammenhang nicht genau, weil er allgemeine Prozesse zur Förderung der Sprachentwicklung von Kindern beinhaltet und sich nicht differenziert nach den individuellen Bedürfnissen der Kinder ausrichtet. Deshalb sprechen wir von einer spezifischen Sprachförderung, die schülerorientiert, diagnosegeleitet und somit individuell orientiert ist.

Die spezifische Sprachförderung im Unterricht versucht, ausgehend von der durch eine umfassende Diagnose bei den Kindern festgestellten sprachlichen Auffälligkeiten, Lernprozesse in der schulischen Arbeit derart zu beleuchten, dass je nach Art und Weise der Sprachbehinderung des Kindes sprachheilpädagogisch spezifische Prozesse zur Verbesserung und Überwindung der Sprachbehinderung erzielt werden.

Um dies zu erreichen, werden die Unterrichtsinhalte nach ihren sprachlichen Anforderungen bei der Unterrichtsplanung untersucht, in Beziehung zu den Kindern gesetzt, um dann geeignete Methoden auszuwählen, die der Zielsetzung dienlich sind. Damit soll auch verhindert werden, dass Probleme beim Erwerb der Schriftsprache entstehen oder die mündliche Kommunikationsfähigkeit der Kinder nachhaltig behindert wird. Dieses Prinzip wird in allen Unterrichtsfächern verfolgt und umgesetzt.

Methodische Möglichkeiten sind dabei:

  • Lehrersprache als Modell
  • Förderung einer Gesprächskultur
  • Didaktische Reduktion und Modifikation


Sprachauffälligkeiten haben Auswirkungen auf die Aneignung von Unterrichtsinhalten wie Schriftsprache oder Mathematik. LRS und Dyskalkulie können die Folge von Sprachentwicklungsverzögerung sein. Unterricht in der Förderschule Schwerpunkt Sprache versucht Lernstörungen gezielt vorzubeugen, frühzeitig zu diagnostizieren und Förderinhalte im Unterricht umzusetzen.

Sprachauffälligkeiten gehen oftmals einher mit Auffälligkeiten in der Motorik, Wahrnehmung und der Persönlichkeit des Kindes (psychosoziale Aspekte). Daran knüpft an:

  • psychomotorisch orientierter Sportunterricht
  • psychomotorisch orientiertes Anfängerschwimmen
  • Sportförderunterricht
  • Arbeitsgemeinschaften mit sprachfördernden Aspekten (Kochen, Werken, Fußball, Gesellschaftsspiele)
  • Klassenfahrten ab Klasse 1

Spezifische sprachheilpädagogische Maßnahmen im Unterricht

Die Schüler und Schülerinnen an der Förderschule Schwerpunkt Sprache haben in der Regel Förderbedarf auf folgenden sprachlichen Ebenen:

  • pragmatisch-kommunikative Ebene
  • semantisch-lexikalische Ebene
  • syntaktisch-morphologische Ebene
  • phonetisch-phonologische Ebene


Pragmatisch-kommunikative Ebene
Die Förderung einer gelingenden Kommunikation ist die Basis für die Arbeit an der Förderschule Schwerpunkt Sprache. Besondere Berücksichtigung bedarf die
Förderung von Kindern mit elektivem Mutismus und die Förderung von Kindern mit Symptomen des Stotterns und Polterns.

 

Semantisch-lexikalische Ebene
Die Förderung von Wortschatz und Begriffsbildung erfolgt durch themenorientiertes Arbeiten.

 

Syntaktisch-morphologische Ebene
Ein Grundprinzip der Förderung ist hier die modellhafte Vorgabe von Strukturen (Wort-Satzebene).

 

Phonetisch-phonologische Ebene
Hier werden sowohl die auditive Sprachverarbeitung als auch die Sprachproduktion und die Metasprachliche Ebene (Sprachbewusstheit) berücksichtigt.

 

Förderung zentral-auditiver Teilfunktionen (außersprachliche Ebene)
Hier wird der Bereich der Geräuschidentifikation, -lokalisation usw. gefördert.


Abschließend ist dabei anzumerken, dass ein solcher Sprachheilpädagogischer Unterricht immer das Prinzip berücksichtigt:

Vom Geräusch, Klang, Stimme zum Laut, Wort, Satz, Text!!!

 

 

 

 


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