Entfaltung der Sinne

 

 

von: Andreas Pohl

 

In Anlehnung an die Überlegungen von Hugo Kükelhaus (1900 – 1984) ist in Ilten ein Kleinod zur Entfaltung der Sinnestätigkeit entstanden. Die Schule Im Großen Freien, Förderschule Schwerpunkt Sprache hat versucht, in Anlehnung an einen naturnahen Schulhof, auch Prinzipien der Sinnesentfaltung nach Hugo Kükelhaus und der Ästhetik eines Friedensreich Hundertwasser (1928 – 2000) zu berücksichtigen.
„Natur ist schön, Kunst ist schön, beides gehört zusammen“ (Friedensreich Hundertwasser).

 

  

Generell versucht der Schulhof über naturnahe Elemente den Schülerinnen und Schülern vielfältige Bewegungs- und Sinneseindrücke zu vermitteln. Dabei ist die architektonische Gesamtplanung, die sich natürlich auch den normalen Bewegungsbedürfnissen von Grundschulkindern und einem zweckmäßigen Gesamtarrangement anpassen musste, von zwei wichtigen Überlegungen beherrscht. Einerseits soll dieser Schulhof ein soziales und bewegungsintensives Miteinander in den Pausen ermöglichen, andererseits sollen Teile des Schulhofs im Unterricht im Sinne eines grünen Klassenzimmers Berücksichtigung finden.
Dies scheint gelungen. Hugo Kükelhaus meint:

 „Die Entwicklung des Menschen wird von derjenigen Umwelt optimal gefördert, die eine Mannigfaltigkeit wohldosierter Reize gewährleistet. Ungeachtet der Frage, ob diese Reizwelt von physischen oder sozialen Verhältnissen und Faktoren aufgebaut ist – die Vielgestaltigkeit der Umwelt ist Lebensbedingung.“

 

 

 

  

So teilt sich der Schulhof  grob in drei Zonen: die Aktivitäts-, die Kreativitäts- und die Ruhezone. Die Aktivitätszone im vorderen Bereich der Schule umfasst eine Rutsche, einen Basketballkorb, ein Klettergerüst, einen Findlingshaufen, Baumstämme, Steinruinen, ein Baumstammmikado, einen Balancierbalken, eine Vielzahl an Gebüschen und eine Schaukel. Der anschließende Kreativitätsbereich, der an der Schulseite liegt, umfasst einen großen Sandkasten mit Steinruinen. Der Ruhebereich, der sich ebenfalls im seitlichen, aber vor allem im hinteren Bereich der Schule befindet, verfügt über Chill-out-Podeste, eine Sitzgruppe zum Frühstücken, Hochbeeten mit Kräutern und Blumen, einem Bambushain, geruchs- und farbintensiven Sträuchern, Natursteinbänken, Mosaikpflasterwegen, einem Fußsinnespfad (in Entstehung) und einem Summstein. Zwischen allem stehen eine mehrhundertjährige Kastanie und sehr alte Linden, die mit ihrem eindrücklichen Vorhandensein für Ruhe und Ausgeglichenheit sorgen. Zudem versorgt die Kastanie die Kinder im Herbst mit den begehrten Kastanien zum Bau von allerlei Unterrichtsgetier oder zum Sammeln, um sie einfach zu begreifen.

 

Warum nun dieses Engagement für Kinder mit sprachlicher Beeinträchtigung?

 
Die Neugestaltung des Schulhofes ist Teil des Gesamtkonzeptes der Schule Im Großen Freien, um Kindern mit sprachlichen Defiziten eine gute Chance zur Integration in das Regelschulsystem zu bieten. Die Förderung im Unterricht muss sich fortsetzen in einem Konzept, dass den Schülerinnen und Schülern der Schule alle Möglichkeiten bietet, spätestens in den weiterführenden Schulen angemessen mit den Lerninhalten umgehen zu können. Innerhalb unserer Schule ist dies das Prinzip eines handlungsorientierten, sprachtherapeutisch wirksamen Unterrichts, der sich aber in unserer Schule auch in den freien Phasen während der Pausen und den gelenkten Lernprozessen auf dem Schulgelände fortsetzt über die mannigfaltigen Angebote des Schulgeländes. In der Entwicklungspsychologie wird Entwicklung als ein durch Reize gesteuerter Prozess, der in ein Gleichgewicht gelangen möchte, bezeichnet. Hierfür bedarf es gesteuerte, bewusste Anregungen von Außen, um dies bei einer gestörten Entwicklung umzusetzen.

Kinder mit sprachlicher Beeinträchtigung weisen überproportional häufig Probleme im Bereich der Sinneswahrnehmungen auf. Darüber hinaus erfahren viele von ihnen immer weniger eine naturnahe und sinnesintensive Umgebung. Dies hat uns dazu veranlasst, unseren Schulhof auch als Schulhof zur Entfaltung der Sinne zu konzipieren und als Teil unserer Förderung zu betrachten.
Der Erfolg in unserer Schule gibt uns Recht, die Schülerinnen und Schüler genießen ihren Schulhof, allerdings auch den Bolzplatz im nichtöffentlichen Teil des Schulhofes.
Aber was uns auch sehr stolz macht ist die Tatsache, dass unser Schulhof allein durch Spenden und durch die Arbeit von Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrern entstanden ist.

 

 

 

Wir laden alle Menschen zum Verweilen, Ausprobieren, Riechen, Gucken, Summen, Schmecken, Luft holen und Genießen ein. Aber liebe Mitmenschen, behandelt alles mit Respekt, denn es hat viel Arbeit, viel Geld und viel Freizeit gekostet, dies alles zu erbauen.
 


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